Zwick Pöseldorf

PRESSE-INFO 2009 - VON WILLI ANDRESEN

PRESSE-INFO 2009 - VON WILLI ANDRESEN

RUDOLF ROCK ALLSTARS
Feat. SENS. SUSI & HUGO EGON BALDER
… und die Wiederentdeckung einer alten Liebe

Vielleicht kennen Sie das Gefühl und diese besondere Atmosphäre. Es ist morgens früh, die Stadt erwacht, die ersten Menschen gehen zu Arbeit, andere befinden hingegen auf dem Weg nach Hause. Es war eine lange Nacht und die Feier war grandios. Es hat gerockt. Nur eines stört hier: Der Heimweg ist zu hell.

Heimweg zu hell? Diese drei Worte klingen zunächst befremdlich und passen dennoch zu „Highway To Hell“. Dachten sich auch die Rudolf Rock Allstars und produzierten die legendäre AC/DC-Hymne mit einem passenden, nicht ganz so bierernsten deutschen Text. „Der Heimweg ist mir zu hell“ heißt es dort. Der Reim muss reimen und der Rhythmus muss rocken. Das ist das Lustprinzip der Rudolf Rock Allstars.

Frecher Sprachwitz und knackige Rockriffs gibt es nicht nur für den Heimweg. Die Hamburger Kultband knüpfte sich eine ganze Reihe von Rock-Hymnen vor und zauberte dafür unterhaltsame deutsche Titel und Songzeilen aus dem Hut. „Mein Freund Jack ist zuckerkrank“ heißt es in der kultigen Neuauflage von „My Friend Jack“, mit denen The Smoke einst durchstarteten. Aus Tina Turners „Nutbush City Limits“ machten Rudolf & Co. eine überraschendes „Cottbus“. Die Wahl der kreisfreien Stadt und Fußballmetropole der Niederlausitz als krachender Songtitel passt. Ebenso „Schaut“, das ursprünglich „Shout“ von den Isley Brothers war und zu dem Olli Dittrich den deutschen Text beisteuerte. Oder „Alles klar“, eindeutig das deutschsprachige Pendant zum Free-Hit „All Right Now“. Aus „Love Potion No. 9“ machten die Hamburger Kultrocker „Der Scheich“ und der Kracher „All Or Nothing“ von den Small Faces kommt bei ihnen unter dem Titel „Alles Kacke“ zu neuen Ehren. Ach ja, The Kinks durften nicht fehlen: Aus „Sitting On A Sofa“ wurde „Sitzen aufm Sofa“. Und die Beatles: „Hilf mir“ ist eine Hommage an "Help". „Es steht ein Haus in Altona“ kann seine Ursprünge natürlich nur in dem Animals-Hit „House Of The Rising Sun“ haben. Und die weltberühmten „Green Onions“ von Booker T. & The MGs erklingen in der Rudolf-Rock-Allstars-Version als eine Soulstudie über den „Gemüsemann“. Alle deutschen Texte stammen aus der Feder von Balder/Salm/Salm.

Lange Jahre klang Rockmusik aus deutschen Landen nicht so unterhaltsam und mitreißend wie in der aktuellen Version der Rudolf Rock Allstars. Mächtig Tempo, erfrischender Sprachwitz und geile Mucke. „Uli kam mit dem Vorschlag: Lass uns doch mal die Songs, mit denen wir groß geworden sind, auf Deutsch machen“, erzählt Hugo Egon Balder. Balder? Genau, der Balder aus dem Fernsehen. Moderator, Produzent und Entertainer. Und seit kurzem eben auch Mitglied der Rudolf Rock Allstars.

Balder und Rockmusik — das passt. Immerhin spielt der Mann noch heute bzw. heute wieder Schlagzeug und war 1968 ein Gründungsmitglied der legendären Krautrockband Birth Control. „Du kannst heute Rocktexte in deutscher Sprache machen, das geht sehr gut, nur die Texte müssen witzig sein. Wir versuchen, dass der Refrain phonetisch so ähnlich klingt wie das Original. Ich bin mir da für keinen Reim zu schade. Ein Gag muss immer sein.“

Balder und die Rudolf Rock Allstars — das passt perfekt. Eine erfrischende Zusammenkunft von leidenschaftlichen Musikliebhabern und exzellenten Musikhandwerkern. Boss der Hamburger Allstar-Band ist Uli Salm. Der Bassist, Sänger und Produzent blickt auf eine lange und erfolgreiche Rockkarriere zurück. In den 1960er-Jahren nahm er die erste LP mit den Owl City Washboardmen auf. Mit der Chicago Sect trat der Musikfan und heutige Besitzer der Hamburger Kultrockneipe „Zwick“ (auch bekannt als „Rockin’ Restaurant“) während der Swinging Sixties im legendären „Star-Club“ auf und gründete 1969 zusammen mit Ulf Krüger die Gruppe Leinemann, die bis heute unbestritten den Ruf als Urväter der Hamburger Szene für sich beanspruchen dürfen. Unzählige Hits und TV-Auftritte mit den Leinemännern folgten bis 1975, als die Lokalmatadore endgültig aus dem Live-Geschäft ausstiegen.

Uli Salm, der immer wieder mit Idolen und Stars wie J. J. Cale, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Bill Haley, Eric Burdon, Alexis Korner, John Mayall, Tony Sheridan, Roy Buchanan, Ritchie Blackmore und Al Jarreau zusammen auf der Bühne spielte, rief nach dem Leinemann-Aus seine eigene Band Rudolf Rock & Die Schocker ins Leben. Das Bandkonzept war angelehnt an die amerikanische Rock-’n’-Roll-Show Sha Na Na. Rudolf und die Schocker spulten jedoch nicht die üblichen Rockstandards in englischer Originalsprache ab, sondern parodierten gekonnt und mit einem schelmischen Augenzwinkern die deutschen Rocksongs von Peter Kraus, Ted Herold und Conny Froboess aus den 1950er-Jahren. 1976 erschien die LP „Man müsste noch mal halbstark sein“ mit Coverversionen von Kultliedern wie „Motorbiene“, „Halbstark“ und „Sexy Hexy“. Die Erfolgsbilanz von Rudolf Rock & Die Schocker ist bis heute beeindruckend: Die Band veröffentlichte 17 Alben und platzierte 40 Singles im deutschen Musikmarkt. 1991 schoss ihre verrückt verrockte Version des Volksmusik-Ohrwurms „Herzilein“ in die Top 10 der deutschen Charts. Während der 1990er-Jahre spielten die originellen Rocker hunderte von Konzerte und traten in allen namhaften Shows im deutschen Fernsehen auf.

2004 fand sich die Band nach längerer Kreativpause endlich wieder zusammen und startete zu neuen Tourneereisen. Von Oktober 2006 bis Ende März 2007 gastierten Rudolf und seine Rocker an 150 Abenden als musikalische Attraktion und Hausband bei der „Witzigmann-Roncalli Bajazzo Show“ im Spiegelzelt in München. Gourmet und gute Musik standen auf dem Menüplan. Im Oktober 2007 folgte ein weiteres rockiges Gastspiel bei der Witzigmann-Roncalli-Show „Yeah Yeah Yeah“ in Hamburg. An 100 Abenden heizte die Band den Feinschmeckern und Artisten der Show mächtig ein. Allen voran die Sängerin Suse Frese, heutige Salm. Das blonde Energiebündel, die schon als Hauptdarstellerin in dem Musical „Yesterday“ in Berlin und Hamburg begeisterte und 2003 und 2004 mit Olli Dittrich und Bastian Pastewka auf Tournee war, ist der Hingucker und Bühnenturbo der Rudolf Rock Allstars.

„Susi ist ein Rampensau, aber was für eine!“ Solch prägnante Lobeshymne spricht natürlich nur einer beherzt aus: Hugo Egon Balder. Und er trifft den Nagel auf dem Kopf: „Du brauchst so etwas in einer guten Band.“ Das blonde Enegiebündel — Erfinderin der guten Laune — hat extreme Bühnenpräsenz und eine prickelnde Prise Erotik. Sie hat das Publikum fest im Griff und lässt es erst wieder los, wenn auch der letzte Zuschauer auf seinen Stuhl geklettert ist.

Neun Musiker gehören insgesamt zur aktuellen Besetzung der Rudolf Rock Allstars, darunter erfahrene Bühnen- und Studiobegleiter wie Mickie Stickdorn (Lake, Elephant - dr, voc), Yorck Männich (Bonnie Tyler - g, voc), Bernd Kühl (Wolfgang Petry Band - g, voc), Frank Seidel (Rattles - p, voc), Andreas Böther (Achim Reichel - sax, voc) und Gunnar Kockjoy (Fettes Brot, Mousse T - tr, voc). Herr Balder ist in diesem Team nur einer von allen. Keine Privilegien, keine Sonderrechte. „Hier bin und bleibe ich normal“, resümiert er zufriedenstellend. „Das ist einfach geil!“

Uli Salm sieht diese Konstellation ähnlich und nicht minder zufriedenstellend: „Die jetzige Zusammensetzung der Band mit Hugo ist ein reiner Glücksfall und hat sich irgendwann bei einer TV-Aufzeichnung für die ‚Hit-Giganten’ entwickelt. Das ist wie beim Fernsehen: Die Sachen, die richtig gut laufen, waren nie lange geplant.“ Natürlich ist der bekannte TV-Mann immer gut für einen Promibonus, doch die Rudolf Rock Allstars spielen diesen Trumpf nicht unverschämt aus. Als Bandmitglied ist Herr Balder mit Herzblut dabei und genießt die Gleichstellung im Team. „Wenn du einmal mit der Musik angefangen hast, dann kannst du damit nicht mehr aufhören“, erzählt er mit leuchtenden Augen. „Für mich ist diese Band in erster Linie ein Hobby, da ich ja meinen Job habe. Ich werde mit diesem Projekt wieder jung und ich rauche schon wieder aufm Klo.“

Die Rocker plus Dame spielen heute nicht nur zum Vergnügen, sondern basteln auch an ernsthaften Zukunftsplänen. Zahlreiche Songs (siehe oben) sind bereits für eine kommende CD produziert. Natürlich live im Studio aufgenommen. Als großes Projekt steht für 2009 eine Rock-Revue an. „Wir wollen die Geschichte des Rock ’n’ Roll in zwei Stunden präsentieren“, verraten Balder & Salm. „Live auf der Bühne, mit einigen Gästen und vielen kleinen Storys und Anekdoten und natürlich mit viel Witz. Eine Musik, die gut ist, bleibt gut. Scheiß egal, wie alt sie ist!“

Willi Andresen im Oktober 2008

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